
Farur - Parpaner Schwarzhorn 31.10.2026

Am letzten Tag des Oktobers wollte ich an einem Samstag eine Wanderung auf das Parpaner Rothorn bei Lenzerheide unternehmen.
Mein Auto stellte ich an der Alp Farur ab. Von Tschiertschen muss man dem Wegweiser Bergrestaurant Hühnerköpfe folgen, um auf schmaler, aber asphaltierter Straße dort hinauf auf knapp 2000m Höhe zu kommen. Im Sommer fährt hier auch ein Nostalgie-Postbus hoch. Im Winter dagegen kommt man nur per Sesselbahn dort hin.
Zum Schwarzhorn wollte ich hin den kürzesten Weg nehmen. Dieser führte zu Beginn durch dieses schattige Tal bei frostigen Temperaturen am Alpbach entlang. Schon hier ahnte ich, dass ich bei der Planung der Wanderung den schon niedrigen Sonnenstand in dieser Jahreszeit übersehen hatte.
Der benachbarte Gürgaletsch strahlte dagegen bereits in der wärmenden Sonne. Noch schien der Mond und ein Heißluftballon fuhr an ihm vorbei.
An der Alp Obersäss ging der breite Weg dann etwas am rechten Hang hinauf und auch ich kam in die Sonne. Hier entschied ich mich dann nicht wie geplant weiter im Schatten durch das Tal zu gehen, sondern knapp 100m zum sonnigen Grat aufzusteigen und den parallelen Weg über die Höhen zu nehmen. Den Weg dort oben hatte ich eigentlich für den Rückweg geplant gehabt.
Der Aufstieg zum Grat war schnell erledigt und ich konnte auf der anderen steilen Seite hinab nach Churwalden schauen.
Beim weiteren Weg musste ich zwei Steilstufen überqueren, wobei die zweite hinauf auf den Öfen ziemlich anstrengend und mühsam war. Auf dem schattigen Weg lagen rund 15cm Schnee und auf Grund der Steilheit musste ich ein paar mal in den Schnee greifen. Oben angekommen hatte ich deshalb eisige Finger und musste mich erst mal im warmen Gras in der Sonne erholen. Inzwischen war ich 1,5h unterwegs und konnte hier das erste mal zur Lenzerheide hinab schauen.
Schöner ging der Weg dann immer entlang der Abbruchkante über die Höhen. Hier überholte mich dann ein flotter Bergläufer, ab sofort war ich nun also nicht mehr derjenige, der die ersten Spuren in die Schneefelder stapfen musste.
Der sanftere Anstieg endete hier und es ging auf einem Bergrücken nun direkt den Berg hinauf Richtung Schwarzhorn.
Hier der Blick zurück. Auf der anderen Talseite konnte ich nun schön den Grat des Stätzerhorns sehen, den ich erst vor einem Monat gegangen war.
Die nun folgenden 200m hinauf auf das Schwarzhorn klingen zwar nicht nach besonders viel, aber der Weg ist ziemlich steil angelegt und mir fehlte es an diesem Tag etwas an Kondition, deshalb kam ich nur langsam voran. Dieser Abschnitt hier war später beim Abstieg etwas schwierig, da der Schnee auf dem Weg gefroren und damit nicht begehbar war, und der schneefreie Streifen daneben war nur schmal und bröckelig.
Dann erreichte ich den Grat und konnte auf der anderen Seite in das Urdental blicken. Der breite Berg in der Mitte ist das Parpaner Weisshorn. Links ist der Urdensee und die Hörnlihütte von Arosa zu sehen. Von dort führt die Urdenbahn über das Tal nach rechts und verbindet die Skigebiete von Arosa und Lenzerheide.
Hier wehte nun ein frischer Ostwind und ich zog meine Jacke wieder an.
Die letzten Meter hinauf zum Gipfel ging es nun sehr steil hier hinauf. Gefährlich ist es aber nicht und nur runter etwas ausgesetzt.
Oben ist das Schwarzhorn dann überraschend flach und einfach ging es über diese Wiese zum eigentlichen Gipfel.
Den Gipfel des 2680m hohen Schwarzhorns erreichte ich um 11:20. Ich hatte also 2 Stunden und 20 Minuten hinauf gebraucht, was trotz des Schnees und meiner Konditionsschwäche nur wenig länger als ausgewiesen war. Der Bergläufer hatte den Gipfel bereits wieder verlassen und ich glaube an diesem Tag war auch sonst niemand hier oben.
Blick nach Nordost über das Urdental hinweg. Wie man sieht war die Luft an diesem Tag sehr trocken und die Sicht damit unbegrenzt.
Und der Blick in die andere Richtung.
Tele zum fast gleich hohen Arosa Weisshorn, dessen Skiabfahrt bereits beschneit wurde.
Und ein Panorama nach Norden. Hinten im Rheintal ist das herbstliche Nebelmeer zu sehen. Direkt unter mir konnte ich fast meinen ganzen Hinweg sehen.
Fehlt noch die Aussicht nach Süden über die Lenzerheide hinweg.
Ich suchte dann noch auf dem Gipfel nach einer windgeschützten Stelle, fand aber keine und beschloss deshalb meine Mittagspause erst nach dem Abstieg zu machen.
Den Weg vom Gipfel ging es genau meinen Aufstieg wieder hinunter. Hier mitten im steilsten Stück bis zum Grat.
Hier hatte ich dann das steile Gelände verlassen und ich machte um 12:00 meine windstille Pause.
Dann folgte noch der Abstieg über den Bergrücken mit dem Tiefblick zum kleinen Ort Parpan, wonach alle Gipfel hier benannt sind.
Anschließend verließ ich meinen Hinweg und bog auf den Weg durch das Tal ab, wo ich eigentlich hinauf gehen wollte. Das auch aus dem Grund, weil ich den verschneiten Steilhang beim Öfen nicht bergab gehen wollte.
Hier gab es zwar auch einiges an Schnee, aber es war nie steil. Die Schneebeschaffenheit war trotzdem etwas mühsam, da die angefrorene Oberfläche nur etwa bei 50% der Schritte mein Gewicht tragen wollte.
Schön ging es dann über nur noch vereinzelte Schneefelder an einem Geröllfeld vorbei. Vorne rechts kann man zur Farurfurgga aufsteigen. Diesen Weg war ich mal auf einer Wanderung vom Gürgaletsch zum Alpstein gegangen.
An diesem etwas verblichenem Wegweiser würde es rechts hinauf zur Farurfurgga gehen. Von dort würde ich aber nicht sinnvoll zurück zu meinem Auto kommen. Ich ging stattdessen einfach gerade aus weiter. Durch dieses Tal hätte ich schnell meine Wanderung beenden können, aber ich wollte auf dem Rückweg noch den Gürgaletsch mitnehmen, der hier in der Bildmitte zu sehen ist.
Zuerst musste ich aber wieder zur Hütte bei Obersäss absteigen. Dabei folgte ich nur grob den Wegzeichen, ich suchte mir eher selbst einen möglichst schneefreien Weg.
Hier machte ich noch mal eine Pause, denn nun folgte wieder der 100m Aufstieg auf den Grat, den ich bereits am Morgen gegangen war. Einen Wanderung so zu machen, dass man denselben Aufstieg zweimal am Tag machen muss, muss man auch erst mal schaffen.
Hier war ich dann bereits auf dem Grat und schon etwas weiter hinauf Richtung Stelli aufgestiegen. Der Blick zurück zeigt den tollen Malakoff und dahinter die verschneiten Steilhänge, die ich mir beim Rückweg erspart hatte (auf Kosten des doppelten 100m Aufstiegs).
Abwechslungsreich ging es dann weiter durch die zerbrochene Landschaft um den Stelli.
Erst der Blick nach vorne, dann zurück zum Schwarzhorn, der von hier schon sehr beeindruckend aussah.
Leichter ansteigend ging es dann weiter zum Grat des Gürgaletsch. Hier waren auch ein paar andere Wanderer unterwegs, wie man an den Spuren im Schnee erkennen kann.
Der Weg auf den Gürgaletsch ging dann toll über diesen Grat. Der Berg hier im Bild ist aber noch nicht der Gipfel, sondern nur ein erster Buckel auf dem Grat.
Den Gipfel des 2440m hohen Gürgaletsch erreichte ich um 13:45. Hier das weite Panorama Richtung Norden.
Und der Blick hinab zum 1800m tieferen Chur. Dahinter ist die Calanda zu sehen.
Und hier der Grat, den ich hinaufgekommen war und den ich nun auch wieder zurückgehen musste, da es auf den Gürgaletsch ebenfalls nur einen Weg gibt.
Nach dem Grat verließ ich aber meinen Hinweg und bog nach Westen in das Tälli ab, ein breites und schönes Hochtal.
Am Ende des Tälli konnte ich dann hinüber zum Bergrestaurant Jochalp schauen, dahinter die 3200m hohe verschneite Ringelspitz.
Leider im Schatten ging es nun auf einem eigentlich schönen Weg unterhalb des Gürgaletsch nach Osten. Der festgetretene Schnee war hier zum Teil vereist, so dass ich mich am Schluss meiner Wanderung noch mal konzentrieren musste.
Etwas gemein war, dass nur einige Meter entfernt die Sonne um den Berg herumschien. Aber so taugte es zumindest noch für ein schönes Foto.
Dann erreichte ich das Bergrestaurant Hühnerköpfe, das aber bereits seit ein paar Wochen seine Sommersaison beendet hatte. Links hinten ist wieder das Aroser Weisshorn zu sehen.
Nur ein paar Meter den Fahrweg weiter bergab kam ich um 15:20 zur Alp Farur und damit zu meinem Auto. Inzwischen wurde es hier im Schatten frostig und mir war ziemlich kalt. Zum Glück war mein Auto noch von der Sonne des Tages schön warm.

Als Bonus noch ein paar Aufnahmen aus dem Auto bei der Fahrt hinab nach Tschiertschen, bei der die Lärchen golden in der Sonne leuchteten. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, dass ich den Tag besser hier unten herumwandern hätte sollen. Fazit: Von der Alp Farur ist das Parpaner Schwarzhorn auf schönem Weg recht schnell zu besteigen. Mit dem Gürgaletsch kann man es zu einer aussichtsreichen Tageswanderung erweitern. Für meine Wanderung Ende Oktober war es aber nicht das ideale Ziel, da es über zu viele Nordhänge ging, wo sich der Schatten und Neuschnee in dieser Jahreszeit länger hält. So war es für mein Geschmack schon zu winterlich.
Zu schlechtes Wetter um selbst in die Berge zu gehen?

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