
Bielerhöhe - Wiesbadener Hütte 21.09.2026

An einem Montag im September wollte ich eine weitere Wanderung an der Bielerhöhe unternehmen. Genauer über den Radsattel zur Wiesbadener Hütte und dann am Silvretta-Stausee entlang zurück.
Für einige Jahre ist zur Zeit die Fahrt über die Silvretta-Hochalpenstraße zur Bielerhöhe von Norden auf Grund eines Erdrutsches nicht möglich. Als Alternative ist die Vermunt-Seilbahn in Betrieb, die sonst nur im Winter fährt.
Da ich mit der ersten Bahn um 8:00 fahren wollte, stellte ich mein Auto schon früh auf dem großen Parkplatz in Partenen ab. Das Ticket für die Berg- und Talfahrt kostete 35€.
Die für den Staudammbau errichtete Vermunt-Seilbahn fährt allerdings nicht bis zur Bielerhöhe, sondern endet mitten in einem steilen Berghang. Dort wartete dann ein Kleinbus, der in schneller Geschwindigkeit durch einen langen einspurigen Tunnel brauste, um die wenigen Fahrgäste auf die Bielerhöhe zu bringen.
Meine Wanderung startete ich dann auf 2000m Höhe gegen 8:30. Noch war es leider bewölkter als angekündigt, als ich hier in das Tal Kleinvermunt blickte, durch das die Silvretta-Hochalpenstraße hinab nach Galtür führt.
Ich ging zunächst dem Wegweiser zum Radsattel nach. Dort hin gibt es zwei parallele Wege, über die Radschulter oder durch das Bieltal. Da ich beides nicht kannte, habe ich den Weg durch das Tal gewählt.
Hier der Blick zurück zur Bielerhöhe.


Nachdem die kleine Fahrstraße in das Bieltal endete, ging der Weg schön am Bieltalbach entlang das Tal hinauf. Der Weg war sehr ausgetreten und wird anscheinend zur Hauptsaison oft begangen. Mit mir lief an diesem Morgen nur ein anderer Wanderer aus dem Bus mit hinauf, der es aber etwas eiliger als ich hatte, so dass ich bald ganz alleine war. Ich bedauerte etwas das trübe Licht durch die vielen Wolken, aber es war nicht kalt und Wasserfälle kann man dann zumindest besser mit langer Belichtung aufnehmen.
Ein großer Felsbrocken am Wegrand mit einer schön sichtbaren Quarzader.
Nach einer Stunde und 300 einfachen Höhenmetern erreichte ich eine Wegkreuzung und nun ging mein Weg rechts das Tal hinauf zum Radsattel. Noch mal 300 Höhenmeter, aber auf deutlich kürzerer Entfernung.
Erst ein letzter Blick zurück durch das durchwanderte Bieltal. Im Hintergrund die 2800m hohe Vallüla. Dann der Blick nach vorne zur wolkenverhangenen 3000m hohen Haagspitze und dem kaum noch vorhandenen Bieltalferner.
Netterweise rissen nun die Wolken auf und die ersten Sonnenstrahlen erreichten mich.
Bei der Hälfte des Aufstiegs habe ich einen Abstecher zum Radsee gemacht, der etwas abseits des Wegs liegt.
Als ich am Ufer entlanglief, hüpften dutzende dieser sehr kleinen Frösche von mir davon.
Blick von der Nordseite des Sees zur Haagspitze, rechts ist nun das erste mal der Radsattel zu sehen.
Dann ging ich aber wieder zurück zum Wanderweg und nahm die letzten Meter zum Radsattel in Angriff.
Hier noch einmal der Blick zurück zum Radsee.


Beim Aufstieg musste ich diesen felsigen Bereich durchqueren. Der Weg führt dort aber durch eine Querrinne hinauf, so dass ich nicht mal die Hände brauchte. Ich war etwas erleichtert, weil der Weg als blau-weißer Alpinweg gekennzeichnet ist, aber das war zumindest hier völlig unangebracht.

Den 2650m hohen Radsattel erreichte ich um 10:40 und damit schon meinen höchsten Punkt der Wanderung.
Ich war erst mal überwältigt von dem unerwartet tollen Blick auf die Gletscherwelt unterhalb des Piz Buin und des Silvrettahorns. Schon für diesen Blick hatte sich die Wanderung gelohnt.
Ich machte nun meine erste Pause im Gras und wartete Wolkenlücken für die Fotos ab.
Der Abstieg vom Radsattel war zuerst ziemlich steil, aber auch hier brauchte ich nur an einer Stelle kurz die Hände. Der Weg über den Radsattel ist für mich eindeutig nur ein normaler Bergweg.
Blick zurück zum Radsattel. Links daneben das Hohe Rad.
Sehr schön ging der Weg nun mit wenig Höhenunterschieden über eine Hochfläche, immer mit dem tollen Blick zu den Gletschern.
Am Ende der Hochfläche konnte ich schließlich hinab zum Ziel meiner Wanderung blicken, der großen Wiesbadener Hütte, die toll in dem Kessel mit den Resten der Gletscher liegt.
Der steilere Abstieg hinab zur Hütte war ebenfalls nicht schwierig und ging über diesen Bach.
Die Wiesbadener Hütte erreichte ich um 12:00, also nach insgesamt 3,5 Stunden. Hier die kleine Kapelle neben der Hütte.
Der Wegweiser an der Wiesbadener Hütte. Hauptsächlich sind die Ziele andere Hütten, denn sonst gibt es hier oben nicht viel Erreichbares.
Die Terrasse der Wiesbadener Hütte war leer, aber direkt an der Hauswand saßen ein paar andere Wanderer und Radfahrer, die sich dort versorgen ließen. Ich bin hier aber ohne Pause gleich weitergegangen.
Noch ein Foto von der Kapelle und dem Piz Buin.
Von der Wiesbadener Hütte kann man entweder über die Fahrstraße zurück zur Bielerhöhe laufen oder den sogenannten Sommerweg wählen. Dieser Bergweg war wieder blau-weiß markiert, was mir jetzt aber keine Sorgen mehr bereitete.
Hier der Blick zurück zur Wiesbadener Hütte.
Und der Blick das Ochsental hinab. Der Weg ging nun immer an diesem Hang entlang, während der Fahrweg unterhalb am Bach angelegt war.
Wieder der Blick zurück und nach vorne. Der Weg und die Aussicht waren wunderschön.
Der Weg entlang des Ochsentals ist recht lang. Zu Beginn war nur diese Felsplatte etwas schwieriger, aber sonst kann man gemütlich mit leichtem Abstieg entlangschlendern.
Noch zwei Impressionen von dem tollen Weg.
Am Ende Des Ochsentals wird der Hang dann immer steiler und der Weg etwas ausgesetzter. Aber wie man sieht: machbar.
Das Ende des Ochsentals erreichte ich nach gut einer Stunde.
Hier der letzte Blick zurück zum Piz Buin bei immer schönerem Wetter.
Das Ochsental endet direkt in den Silvretta Stausee, um den ein ausgebauter Spazierweg führt. Von meinem Weg aus gibt es hier aber keine Möglichkeit hinab zum See, sondern er blieb oberhalb am Hang.
Weiter leicht absteigend ging es nun so weiter und am Ende des Sees tauchte die Bielerhöhe auf.
Ich finde es zwar generell schön, wenn Wanderwege Fahrwege umgehen, aber am Ende war es hier doch etwas absurd. Der Bergweg ging ungefähr zehn Meter oberhalb des parallel laufenden Spazierwegs durch Geröllfelder hindurch.
Erst an diesem rauschenden Wasserfall endete der Wanderweg zwangsläufig und für den Rest des Wegs waren Sandalen angesagt.
Da ich aus der Ferne schon beobachten konnte, dass der Tunnelbus regelmäßig jede halbe Stunde fuhr, gönnte ich mir noch mal eine Pause am See, um ungefähr die Zeit abzupassen.

Eindrücke von dem langen Weg über die flache östliche Staumauer des Silvretta-Stausees. Jetzt war schönstes Wetter.
Den Bus erreichte ich natürlich trotzdem zu früh und ich musste bis zur Abfahrt etwas warten. Das war aber ganz gut, denn der Bus war tatsächlich bis zum letzten Platz gefüllt.
Für den Rückweg von der Wiesbadener Hütte hatte ich 2,5h gebraucht, nun war es 14:40.
Von der Vermunt-Seilbahn leider kein richtiges Foto, sondern nur von der letzten Stütze an der Bergstation. Es blieb keine Zeit, denn vom Bus ging es sofort in die Bahn, die dann auch direkt losfuhr. Die nur einspurige Seilbahn ist ziemlich ruppig, wenn sie über die Stützen fährt.
Wer schmerzbefreit ist kann auch unterhalb der Trasse die 700 Höhenmeter über die steile Europatreppe 4000 absteigen. Fazit: Eine sehr schöne Rundwanderung von der Bielerhöhe in die Gletscherwelt rund um die Wiesbadener Hütte. Besonders hat mir der Blick vom Radsattel und der Rückweg über den Sommerweg gefallen. Die Wanderung werde ich auf jeden Fall noch einmal unternehmen, vielleicht unkomplizierter, wenn die Hochalpenstraße wieder geöffnet ist.
Zu schlechtes Wetter um selbst in die Berge zu gehen?

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