Schlappin - Älpeltispitz 19.09.2026

Vor exakt 6 Jahren war ich schon einmal von Klosters auf die Älpeltispitz gewandert. Damals fand ich den Gipfel zwar toll, aber es war sehr dunstig und den Weg von Klosters fand ich zu steil. Deshalb wollte ich an diesem Samstag im September den Gipfel noch einmal von der anderen Seite aus besteigen.
Stausee Schlappin
Starten wollte ich in Schlappin, ein kleiner Ort in einem Seitental oberhalb von Klosters. Dort darf man mit einer Fahrgenehmigung für 10CHF hinauffahren, die man sich z.B. über die App Parkingpay kaufen kann. Die sehr steile, aber asphaltierte Straße geht bei der Talstation der Madrisabahn los und führt bis auf 1650m hinauf.
Ich fuhr allerdings nicht ganz bis nach Schlappin, sondern stellte mein Auto an dem kleinen Stausee vor dem Ort ab.
FliegenpilzBlick zum Gotschnagrat
Bei meiner letzten Wanderung zur Älpeltispitz hatte ich einen Weg hinab in den Schlappintobel gesehen, diesen wollte ich hinauflaufen. Allerdings gab es zu meiner Überraschung von unten keinen Wegweiser. Ich habe dann bemerkt, dass der Wanderweg aufgegeben und die Wegzeichen übermalt wurden. Da der Weg aber zumindest unten gut sichtbar war, bin ich trotzdem weitergegangen.
Madrisa SolarPanorama Prättigau
Größenteils im Schatten ging es die 600 Höhenmeter nach Cun hinauf. Der Weg war nicht schwierig und nicht steil, aber im oberen Bereich war es auf Grund der vielen Kuhpfade schwierig, den richtigen Weg zu finden. Ich kontrollierte ständig auf der Karte, um nicht falsch zu laufen.
Hier war ich dann aber schon fast oben und konnte hinüber zur neuen Photovoltaik-Anlage auf Madrisa schauen.
Wegweiser Cun
Nach knapp zwei Stunden erreichte ich den Hauptwanderweg von Klosters auf 2300m. An dieser Stelle befand sich damals der Wegweiser nach Schlappin. Ich war froh jetzt wieder auf offiziellem Weg unterwegs zu sein.
Wanderweg Klosters
Nun folgte der sehr steile Aufstieg zur 2460m hohen Kessihütte, der ordentlich an meiner Kondition nagte. Hier beim ersten Auspusten der Blick hinab nach Klosters und hinüber zum Gotschnagrat, dessen Höhe ich hier bereits überschritten hatte.
KessigratChessigratSteiler Bergweg
Weitere Impressionen vom Aufstieg hinauf auf den Kessigrat. Zum Glück ist er nur auf einer Seite steil abfallend, sonst wäre er mir zu ausgesetzt gewesen.
Wanderung ChessihütteKessihütte
Die geschlossene Kessihütte erreichte ich um 10:45. Ich machte nur eine kurze Pause, denn das war noch nicht mein Ziel der Wanderung.
Teich Kessihütte
Das Ziel, die Älpeltispitz, ist hier rechts zu sehen - noch einmal 200m höher.
Bergweg Chessihütte
Leider führt kein direkter Weg hinüber zur Älpeltispitz, sondern man muss bis zu diesem See rund 100m absteigen. Mein Versuch etwas Höhenverlust einzusparen scheiterte an einem Geröllfeld. Also wurden aus den 200 Höhenmetern 300.
Blick zum ChessigratWeg durch Geröll
Der Aufstieg vom See hinauf zum Grat der Älpeltispitz fand ich sehr anstrengend. Das zwei Bergläufer locker an mir vorbeirannten, half mir dabei auch nicht.
Hier war ich aber fast auf dem Grat und konnte zurück zum Kessigrat schauen.
Pischahorn
Nachdem ich den Grat erreicht hatte, fehlten mir nur noch 100 Höhenmeter. Ich machte trotzdem noch mal eine Pause und genoss den Blick über Klosters hinweg zum Pischahorn.
Wanderung ÄlpeltispitzTiefblickSchwierigkeit Älpeltispitz
Der nun folgende Aufstieg zur Älpeltispitz war weniger anstrengend als der bisherige Weg und ist auch nur kurz ausgesetzt. Ganz am Ende braucht man die Hände, um durch die großen Felsbrocken auf den 2680m hohen Gipfel zu kommen.
Aussicht Älpeltispitz
Den langgezogen breiten Gipfel erreichte ich um 12:15 nach insgesamt knapp 4h.
Hier der Blick Richtung Vereina und links dem Silvrettagletscher. Wie man sieht war die Sicht und das Wetter hervorragend.
Davos
Blick nach Süden, rechts ist Davos und der Davoser See zu sehen.
Klosters
Und der beeindruckende Abgrund zum 1500m tieferen Klosters, dahinter das Skigebiet Parsenn.
Gipfel Älpeltispitz
Und so breit ist der Gipfel der Älpeltispitz. Ich frage mich ja etwas, wie so viele Felsbrocken oben auf einen Berg kommen können.
Gipfeltour PrättigauFelsiger GipfelGroß Litzner
Da der Gipfel so lang ist, konnte ich auf jeder Seite einen Pause machen. Wie man sieht braucht man sich hier oben auch an einem Schönwetterwochenende nicht vor Menschenmassen fürchten. Mir waren bisher überhaupt nur vier Leute begegnet.
Bergweg ÄlpeltispitzAussichtsreiche WanderungBergwanderung Klosters
Nach 20 Minuten machte ich mich wieder auf den Abstieg, bis zum See unterhalb des Kessigrats auf dem gleichen Weg.
Hier hatte ich das schwierigere Gelände direkt unter dem Gipfel schon geschafft.
ÄbiseeBergsee Reflexionen
Und nach dem ich auch den etwas unangenehmen Abstieg durch den Schotter geschafft hatte, erreichte ich um 13:15 wieder den Äbisee und gönnte mir eine weitere Pause.
HöhenwanderungÄlpeltispitz
Dann folgte ein sehr schöner Wegabschnitt flach absteigend über die Wiesen. Hier der Blick zurück zu Älpeltispitz links und dem Kessigrat rechts.
See mit SchlappintalWeg über Wiese mit SteinenAusgetrockneter SeeWeg durch Blaubeeren
Weiter bei wunderbarer Stimmung ging es durch Blaubeeren vorbei an drei anderen kleinen Seen.
Schöner WanderwegAlp Äbi
Bis zur kleinen Alp Äbi blieb der Weg so schön flach. An der Alp gab es eine kleine Bank mit Schatten, die ich auch gleich nutzte, denn die Sonne war ziemlich intensiv und hier oben gab es sonst keine Abkühlung.
Madrisa
Blick hinüber zur Madrisa, die ich einmal bei einer Rundwanderung von Gargellen umrundet hatte.
SchlappintalKessispitz
Von der Alp folgte nun der steilere 200m Abstieg hinab in das einsame Schlappintal.
AlpwegAlter Weg
Der Weg selbst war aber weniger steil als ich von der Karte her befürchtet hatte. Der alte Alpweg führte in vielen Serpentinen durch den buschigen Hang.
Erfrischender Bach
Am Schluss ging es an diesem seltsamen Bach entlang. Seltsam deshalb, weil er gar nicht eingeschnitten war, sondern einfach frei hinabfloß. Erfrischend war das Wasser trotzdem.
Schlappintal mit Madrisa
Der Blick das Schlappintal hinab.
Wanderung SchlappintalBrücke über SchlappinbachWegweiser an Felsen
Den Talgrund erreichte ich um 14:45. Die etwas wackelige Brücke über den Schlappinbach erforderte noch etwas Konzentration aber sonst hatte ich jetzt jede Schwierigkeit gemeistert. Der Rest des Wegs zurück zum Auto sollte nun nur noch auf dem Fahrweg durch das Schlappintal hinab führen.
Spazierweg SchlappinFeldweg Schlappintal
Bei einem leicht kühlendem Wind war der Weg zurück nach Schlappin sehr angenehm und erholsam. Unterwegs waren noch einige Soldaten, die im Tal wohl eine Übung abgehalten hatten.
SchlappinWalserort SchlappinKapelle Schlappin
Nach einer weiteren knappen Stunde erreichte ich den malerischen Walserort Schlappin, der neben der Kapelle noch zwei Gasthäuser zu bieten hat. Im Winter führt hier auch die Talabfahrt vom Skigebiet Madrisa vorbei.
Wegweiser Schlappin
Der sehr umfangreiche Wegweiser in Schlappin. Die angegebenen 3h zur Älpelti halte ich für etwas optimistisch.
Häuser von Schlappin
Mein Auto am Schlappinsee erreichte ich schließlich um 15:45, hier noch einmal der Blick zurück nach Schlappin.
Fahrbewilligung Schlappin
Blick aus dem Auto bei der Abfahrt durch den Schlappintobel.
Ich war auf jeden Fall froh, nicht noch nach Klosters hinablaufen zu müssen.
Fazit: Da es meine Aufstiegsvariante offiziell nicht mehr gibt, würde ich für den Auf- und Abstieg den identischen Weg durch das Schlappintal empfehlen. Dabei verpasst man zwar den Kessigrat, aber der Weg ist schön und man spart sich auch noch 100 Höhenmeter. Wirklich schwierig ist der Weg nicht, aber es sind über 1000 Meter Aufstieg auf zum Teil steilem Weg. Wer auf der Suche nach einer einsamen Wanderung ist, ist hier richtig.
Download GPX Track

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