Galinakopf - Schönberg 17.11.2018

Da im November noch so gutes Wanderwetter war, bin ich am Samstag auf eine Wanderung von Malbun aus aufgebrochen. Entspannt habe ich erst um 8:45 auf dem großen Gratisparkplatz auf 1600 Höhenmetern mein Auto abgestellt, da ich eigentlich nur den nahen Schönberg (2100m hoch) besteigen wollte.
Weg Malbun Sass
Vom Parkplatz aus bin ich bei leichten Minustemperaturen zuerst nach Malbun rauf, um den gut ausgebauten Spazierweg nach Sass zu erreichen.
Malbun im Schatten
Vom ersten Aussichtspunkt aus der Blick zurück auf das noch schattige Malbun, das um diese Jahreszeit ziemlich verlassen war.
Sonnenaufgang MalbunForscherweg
Nach etwas Aufstieg erreichte ich nun auch die Sonnenstrahlen und es wurde zumindest etwas wärmer. Der Weg war bereits mit violetten Stangen auf seine Bestimmung als Winterwanderweg vorbereitet.
Fernglas Weierböda
Nach einer knappen halben Stunde Ankunft auf dem 1750m hohen Weierböda, ausgestattet mit Grillplatz und Fernglas.
Gefrorener See
Passend zum Namen gibt es auf Weierböda auch einen kleinen See, der sogar schon eine sehr dünne Eisdecke hatte.
Alviergruppe
Tele Richtung Rheintal und der Alviergruppe.
Sass
Dann erreichte ich Sass und die Fahrstraße, die hier ebenfalls von Malbun aus hinaufführt. Diesen Weg wollte ich später als Rückweg nehmen.
Schönberg
Nach Sass kam ich auf das 1780m hohe Sassförkle. Von dort waren es laut Wegweiser auf den hier zu sehenden Schönberg (rechts) nur eine gute Stunde Aufstieg. Das hätte bedeutet, dass ich schon Mittags wieder zurück am Auto gewesen wäre. Da das Wetter so schön war, beschloss ich dort meine Wanderung auszudehnen und statt dem Aufstieg auf den Schönberg dem Wegweiser zum 2200m hohen Galinakopf zu folgen. Der Wegweiser gab dort hin 2 Stunden und 45 Minuten an, was mir für die nur nötigen 400 Höhenmeter etwas lang vorkam.
Vom Pass aus ging es auf einem Fahrweg zuerst etwas runter und dann (leider noch im Schatten) immer am Hang lang Richtung Mattajoch.
Mattaförkle
Am Mattajoch ging es für mich aber nur knapp unterhalb vorbei und stattdessen kam ich zum Mattförkle. Dort verlässt auch endlich der Wanderweg den Fahrweg.
Hier hinten rechts ist auch schon das Ziel zu sehen, der Galinakopf.
Weg durch LatschenkieferGuschgfieljoch
Immer auf gleicher Höhe ging es nun weiter bis zum Guschgfieljoch. Nun war ich genau auf der Grenze zu Österreich und konnte hier das Tal des Gampbach hinabschauen. Von dort kommt auch ein Wanderweg hinauf, um den Galinakopf von Österreich aus zu besteigen.
Wanderweg GalinakopfAufstieg durch Latschenkiefern
Nachdem eine schöne Wiese überquert war, begann der eigentliche Aufstieg - noch fehlten mir 300 Höhenmeter.
Landschaft Liechtenstein
Wieder der Blick zum Rheintal. Diesmal auf der anderen Seite des Schönbergs vorbei, dessen steile Flanke hier links zu sehen ist.
Felsen GalinakopfWanderung Galinakopf
Nach der Querung des Wiesenhangs des Galinakopfs führt das letzte Stück des Aufstiegs auf dem Grat. Auf der Nordseite ist der Galinakopf ziemlich steil und felsig, der Weg hinauf ist aber harmlos und gut zu gehen.
Galinakopf
Nachdem ich zwei gämsenfotografierende Wanderer (die ersten, denen ich an dem Tag begegnet war) überholt hatte, ging es über diesen schönen Gratweg die letzten Meter hinauf. Der Galinakopf ist ein richtig schöner Gipfel.
Panorama GalinakopfSchattenspiel
Blick vom Galinakopf nach Norden, wo noch ein paar Nebelreste über dem Bodensee waberten.
Aussicht GalinakopfVorarlberg
Und die Aussicht nach Westen, in die Berge von Vorarlberg hinein.
Malbun Galinakopf
Der Blick zurück Richtung Malbun. Hier kann man einen Großteil meines bisherigen Wegs sehen. In der Bildmitte das Sassförkle, rechts davon der Schönberg. Links, zwischen den beiden kleinen Bergen, das Mattaförkle. Vom Sassförkle hatte ich bis auf den Galinakopf nur 1,5h gebraucht, die Angabe auf dem Wegweiser war also tatsächlich sehr großzügig.
Gipfelkreuz Galinakopf
Das Gipfelkreuz des Galinakopfs.
Alpinweg Galinakopf
Von Österreich führt auch ein blau-weiß markierter Weg auf den Galinakopf, der hier links zu sehen ist. Er zweigt wohl irgendwo weiter unten von diesem harmlosen Grashang in die Felswand ab.
Ich machte mich um 11:15 wieder auf den Abstieg - aber auf dem Normalweg, den ich auch hinaufgekommen war.
Gratweg Galinakopf
Zuerst wieder auf dem Grat mit Blick zum Schönberg (links) und dahinter dem Rheintal.
Felsenhund
Kleiner Felsenhund neben dem Weg. Im Hintergrund unscharf der Hohe Kasten
Galinakopf Schönberg
Noch eine Teleaufnahme des Schönbergs. Ganz hinten in den südlicheren Alpen hingen einige Wolken, bei mir herrschte dagegen schönster Sonnenschein. Warm war es aber nicht, so dass ich die Jacke anbehalten musste.
ZaunpfähleGuschgfiel
Leider musste ich nun bis zum Sassförkle den selben Weg zurück. Der große Nachteil vom Wanderweg Malbun - Galinakopf. Dafür war es nun sonniger und zumindest bis Mattjoch ist der Weg auch schön.
MattajochGrenzschild Mattajoch
Beim Rückweg habe ich auch noch den kleinen Abstecher hinauf auf das Mattajoch unternommen. Dort kommt der Wanderweg vom Berghaus Mattajoch aus Österreich hinauf. Auch ein paar Mountainbiker traf ich dort an.
Wanderung MattajochSassförkle
Vom Mattajoch dann die Durststrecke auf der Straße zurück zum Sassförkle. Hier der Blick zurück zum Mattajoch (rechts) und Galinakopf (links).
Herbstwiese
Da der 'Abstecher' zum Galinakopf schneller als gedacht erledigt war, entschloss ich mich nun noch für den Aufstieg auf den Schönberg, meinem eigentlichen Ziel.
Eis auf WanderwegGefrorenes Gras
Im Schatten wurde es ganztags nicht warm, so dass dort eine gefrorene Eisplatte zu überqueren war und das Gras eisig weiß eingefärbt war.
Serpentinen Schönberg
Zu Beginn ging es nur leicht bergauf, aber dann ging es in einigen Serpentinen zu den Felsen des Stachlerkopfs hinauf. Hier der Blick zurück.
Kelchle
Beim Aufstieg der kleine Felsen 'Kelchle' mit Kreuz. Im Hintergrund das Massiv der fast 3000m hohen Schesaplana, genauer der Panüeler Kopf.
Schönberg gefährlichFelsenweg Schönberg
Unterhalb des Stachlerkopfs geht es nicht ganz ohne durch Schutthänge und Felsen, zum Teil auch mit Drahtseil gesichert. Das ganze wirkt etwas unnötig, denn man könnte statt dessen auch einfach über die Wiesen unterhalb zum Schönberg aufsteigen.
So war es aber natürlich abwechslungsreicher.
Wanderweg Schönberg
Schnell ist man aber aus dem steilen Gelände wieder raus und es geht direkt auf den Gipfel des Schönbergs zu.
Rheintal mit Dunst
Der Aufstieg auf den Schönberg verläuft dann auf dem Grat. Hier der Blick hinunter auf der Rückseite ins dunstige Rheintal.
Wanderung SchönbergWegweiser Schönberg
Der Grat zum Schönberg ist harmlos. Dabei passierte ich die Abzweigung für einen alternativen Abstieg nach Malbun. Diesen hatte ich mir schon im vorhinein als Rückweg ausgesucht - aber jetzt zuerst noch auf den Gipfel des Schönbergs!
Gipfel Schönberg
Und so ging es die letzten Meter zum Gipfel des Schönberg hinauf, den ich um 13:40 erreichte.
Panorama Schönberg
Blick vom Gipfel nach Norden. In der Mitte der Galinakopf.
Alpspitz
Tele über die Alpspitz hinweg zum Säntis.
Rheintal im Herbst
Blick das Rheintal hinauf Richtung Sargans.
Startende Alpendohle
Während meiner Pause auf der Wiese versuchte ich eine Alpendohle im Flug zu fotografieren. Zumindest den Absprung von einem Zaunpfahl konnte ich festhalten.
Kuegrat
Blick hinüber zum Kuegrat, Garsellikopf und den drei Schwestern, wo ich gerade mal vor einem Monat unterwegs war.
Schönberg Galinakopf
Noch einmal der Galinakopf (links) und das Guschgfieljoch in der Mitte.
Zimba
Tele zu den österreichischen Bergen. In der Bildmitte die markante Zimba.
Herbstwanderung Schönberg
Und so harmlos ist der Gipfel des Schönbergs auf der sonnigen Südseite.
Noch vor 14:00 machte ich mich auf den Abstieg... denn im November wird es auch schon recht früh dunkel.
HangwegWanderweg Stein Schönberg
Wie angekündigt zweigte ich beim Abstieg vom Hauptweg ab und ging nach Osten Richtung Steg. Dabei ist der Schönberg auf dieser Seite deutlich steiler, aber der Weg geht ungefährlich zwischen den Felswänden hindurch. Hier noch einmal der Blick zurück zum Schönberg (ganz rechts).
Wanderung Liechtenstein
Und immer weiter ging es schön durch den Hang. Wieder der Blick zurück.
Felsen auf BergwieseWanderweg Schönberg
Dann kam ich von oben her auf die Weiden von Bergli, einer kleinen Alp mitten im steilen Hang zwischen dem Ort Steg im Tal und dem Schönberg.
Dunstschicht
Toll war der Blick während des Abstiegs ins Rheintal und auf die Dunstschicht.
Rundwanderung Damüls
Nun ging es in kleinen Serpentinen durch eine schöne Landschaft über die Wiese hinab. Der Abschnitt war der bisher eindrucksvollste der ganzen Wanderung.
Steile Wiese
Nach dem kurzen 80m Abstieg ging es dann wieder weiter am Hang entlang. Im Hintergrund das Valünertal bei Steg.
Malbun
Da ich nun schon einiges um den Berg herumgelaufen war, tauchte Malbun auf - wieder im Schatten. Dahinter die verschneite Schesaplana.
Bergli Bärgli
Dann führte der Weg an der kleinen Alp Bergli aka Bärgli vorbei. Hier zweigte der Weg nach Steg rechts ab. Mein Pfad ging weiter geradeaus am Hang entlang Richtung Malbun.
Schattenmensch
Obwohl es noch vor 15 Uhr war, stand die Sonne schon flach genug für solche Schattenspiele.
Wanderweg Bergli
Sehr schön ging der Weg durch die lichten Wälder des Hangs, aber durchaus mit Zwischenanstiegen.
Sesselbahn Sareis
Tele auf die Sesselbahn Sareis von Malbun.
Gämse im Wald
Mitten auf dem Wanderweg stand eine Gämse, die nicht besonders scheu war. Langsam trabte sie davon, als ich angestapft kam.
Wanderung am Abend
Die Lichtstimmung während meines Wegs durch den Wald war sehr schön. Nur leider war ich nun doch schon ziemlich erschöpft und jeder Zwischenauf- und abstieg zerrte an den letzten Kräften.
Sass StallSpazierweg Malbun
Dann erreichte ich aber um 15:30 die Häuser von Sass Stall und damit das Ende des Hangs.
Weiter ging es nun auf der Fahrstraße hinab nach Malbun. Aber zuerst noch eine Pause in den letzten Sonnenstrahlen auf einer Bank.
Jufa Malbun
Um 16:00 kam ich dann am Parkplatz in Malbun an. Dort hatte es bereits deutlich abgekühlt und ich war froh die Heizung im Auto aufdrehen zu können.
Fazit: Aus der eigentlich kurzen geplanten Wanderung entwickelte sich eine 23km lange Tour mit 1500 Höhenmetern während 7,5h. Da es sich eigentlich um zwei Wanderungen handelte, ist auch meine Zusammenfassung zweigeteilt: Der Gipfel des Galinakopfs bietet eine tolle Aussicht, aber von Malbun ist der Weg sehr einfach und leider auch hin- und zurück identisch. Außerdem auch einiges auf Straße. Der Weg auf den Schönberg dagegen ist sehr abwechslungsreich und deutlich schöner. Besonders der Rückweg über Bergli hat mir gefallen. Dafür ist das Gipfelerlebnis nicht so eindrucksvoll wie auf dem Galinakopf.
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