
Laui - Säntis 03.09.2026

Da diesen Sommer die Säntisbahn neu gebaut wird, wollte ich die Gelegenheit nutzen und den Säntis ohne Bahnbetrieb erleben. Als Tageswanderung kann man dies entweder von der Ebenalp, der Schwägalp oder wie ich von Laui oberhalb von Unterwasser machen.
An diesem Donnerstag um 7:30 stellte ich mein Auto auf dem noch leeren Parkplatz in Laui ab, der für einen Tag pauschal 5CHF kostete. Zuerst ging es wenig steil auf einem Fahrweg nach Thurwis.
Nach Thurwis wurde die Straße dann steiler und ich drosselte schon etwas meine Geschwindigkeit. Der Säntis im Hintergrund war noch von Wolken verdeckt.
Nach 400 Höhenmeter und einer knappen Stunde zweigte ich vom Fahrweg nach links Richtung Tierwies ab. Hier der Blick zurück, links hinten sind die Churfirsten zu sehen.
Nach einer flachen Querung des Hangs ging es nun hier steiler auf einem Wanderweg zur Alp Klingen hinauf. Noch war ich im Schatten, was beim Aufstieg angenehm war, da es für die frühe Stunde schon recht warm war.
Vorbei ging es an der sehr kleinen Alp Klingen, an der aber der Kamin qualmte.
Kurz danach passierte ich diesen fotogenen Baum vor den Churfirsten.
Rechtzeitig zum nun schön angelegtem Weg hinauf nach Tierwies erreichten mich die Sonnenstrahlen. Es wirkte dann doch gleich alles freundlicher.


Ohne Schwierigkeiten führte der Weg anstrengend durch das tolle Karstgebiet. Dabei bildet der Fels mehrere Steilstufen, wo hinauf sich aber immer überraschend ein Pfad fand.
Auf einem der flacheren Abschnitte zwischen den Steilstufen tauchte nun auch die Antenne des Säntisgipfels aus den Wolken auf.
Hier überquerte der Weg einen Abbruch. Wie man am Zaun erkennen kann, weideten hier oben noch Kühe.

Interessant musste ich dann kurz vor Tierwies noch ein Karrenfeld überqueren. Erst der Blick zur Silberplatten, dann zum Säntis und zum nächsten Ziel, dem Gasthaus Tierwies.
Als Zeichen, dass ich der erste Wanderer des Tages war, scheuchte ich hier mehrere Schneehühner auf - die im Sommer allerdings nicht weiß sind.
Das Berggasthaus Tierwies auf 2080m erreichte ich schließlich nach 1000m Aufstieg um 10:15. Dort kamen jetzt ein paar andere Wanderer von der Schwägalp hinauf, die auch schon knapp 800m in den Beinen hatten.
Tierwies liegt direkt auf dem Grat und gefühlt senkrecht geht es von dort hinab zur Schwägalp, die hier unten zu sehen ist.
Ich machte meine erste längere Pause etwas oberhalb der Hütte mit diesem schönen Blick auf Tierwis. Links ist das durchquerte Karrenfeld zu sehen.
Beim weiteren Aufstieg zum Säntis noch zwei weitere Blicke auf das toll gelegene Tierwies.

Nachdem der Weg direkt nach Tierwies erst steil und etwas ausgesetzt war, ging es nun harmloser eine lange Felsrinne weiter hinauf. Der Säntis wirkte hier schon sehr nah, aber von Tierwies sind es noch über 1,5h dort hin.
Dann ging es an der Baustelle der neuen Stütze der Säntisbahn vorbei. Dies ist zukünftig die einzige Stütze und sie befindet sich genau über dem Abgrund. Wie bisher wird man auch dort in Zukunft wieder ein- und aussteigen können, um den nun folgenden steilen Weg zu überspringen.
Auf den Fotos ist es nicht sichtbar, aber der Weg war nun eine anstrengende Kraxelei durch den Felsen.
Extrem ausgesetzt ist der Weg zwar nicht und er ist auch immer breit genug, aber hier gibt es noch keine Drahtseilsicherungen.
Dann hatte ich aber diesen anstrengenden Aufstieg geschafft und ich erreichte den Grat Richtung Säntis, ab hier ist der Weg dann großzügig mit Seil abgesichert.
Tiefblick hinab zurück nach Tierwies.
Schön ging es nun auf dem Grat weiter. Hier wehte nun ein starker Wind, so dass ich doch dankbar über das Drahtseil war.

Schnell erreichte ich nun die Himmelsleiter, wo der letzte Stück des Wegs auf den Gipfel diese Felsplatte hinaufführt. Da sie beidseitig mit Drahtseil ausgestattet ist, war sie für mich gut zu gehen. Die Metalltritte sind zum Teil aber hoch, so dass man sich etwas nach oben ziehen muss. Und da ich nun auch schon 1400m hochgestiegen war, ging mir langsam die Kondition aus.
Kleine Verschnaufspause auf einer Plattform in der Himmelsleiter. Erst der Blick Richtung Seealpsee und dann die Leiter hinab.
Nach der Himmelsleiter geht es durch einen dunklen Tunnel unter dem Säntisgipfel hindurch. Normalerweise kann man dort in der Mitte in die Bergstation abzweigen, wegen dem Neubau ist diese aber komplett gesperrt. D.h. man kann auch nicht die letzten Meter zum Gipfel mit dem Fahrstuhl fahren, sondern man muss noch ein paar mehr Treppenstufen hinauf. ;)
Um 12:00 erreichte ich schließlich den 2500m hohen Gipfel des Säntis nach 4,5h Aufstieg. Belohnt wurde ich dafür mit dieser schönen Aussicht, für die es beim Säntis etwas Glück braucht. Unterhalb des Gipfels befindet sich noch das Gasthaus Alter Säntis, das trotz geschlossener Seilbahn geöffnet hatte.
Der Blick vom Säntis Richtung Süden. Über diesen Grat hatte ich meinen Abstieg vor.
Und der Blick nach Norden, von wo ich hinauf gekommen war.
Eine Alpendohle auf dem Gipfel, die vermutlich auf Grund der relativ wenigen Besucher diesen Sommer etwas hungriger war.
Auf dem Gipfel war mir der Wind etwas zu stark, so dass ich hier unterhalb im Windschatten meine Mittagspause machte.
Blick zurück zum Gipfel und der hohen Antenne.
Tiefblick von der Terrasse des Alten Säntis.
Nach 20min auf dem Gipfel machte ich mich schon an meinen Abstieg, wobei es hier schon gleich wieder hinauf ging.
Blick zurück zum Gasthaus Alter Säntis.
Über diesen Felsen ging es hinüber zum Chälbersäntis, einer Wiese unterhalb des eigentlichen Säntis.
Dort startete nun der Lisengratweg, worauf auch ein alter Wegweiser hinweist.
Von hier kann man auch direkter zurück nach Laui absteigen, das würde ich aber nicht empfehlen, den dieser Weg geht sehr abschüssig über eine Wiese hinab. Diesen bin ich einmal hoch gegangen und das war mir schon zu steil. Außerdem verpasst man dann das Highlight Lisengrat.
Wenn man den Weg nicht kennt, fragt man sich gleich zu Beginn, wie es da wohl weitergehen soll. Aber der Weg ist raffiniert in den Fels geschlagen und ohne Kletterei zu gehen. Auch gibt es durchgängig mindestens auf einer Seite ein Drahtseil.
Blick zurück zum Säntis nach dem ersten Teilstück.
Dann wechselte der Weg auf die Westseite des Grats und es ging zum höchsten Punkt des Lisengrats hinauf.
Und von dort hat man den Paradeblick Richtung Säntis und man fragt sich, wie man hier gelandet ist. Sicher einer der schönsten Bergwege.
Weiter ging es hinüber zu einem zweiten Aussichtspunkt. Den Grat lief ich nun genussvoll, denn ich hatte noch genug Zeit für den Rest des Wegs.
Vom Gipfel des Lisengrats ging es dann steil hinab. Erst noch mit Sicherung, dann über Treppenstufen. Am Ende des Grasgrats ist hier auch schon das nächste Ziel zu sehen, der Rotsteinpass.
Auch nach dem Abstieg gab es noch einzelne steile Wegabschnitte, aber immer gut ausgebaut.
Blick zurück zum Lisengrat und Säntis. Kaum zu glauben, aber der Weg ging über den steilen Gipfel links hinüber.
Dann erreichte ich das Gasthaus Rotsteinpass um 13:45, das auf 2100m Höhe liegt. Von dort kann man nach links zur Meglisalp und Wasserauen absteigen, den Felsen dahinter hinauf zur Zwinglipasshütte oder wie ich nach rechts Richtung Wildhaus absteigen.
Meine Pause machte ich windbedingt wieder etwas unterhalb des Grats. Der Rest des Wegs ging nun absehbar und ohne Schwierigkeiten durch dieses Tal hinab.
Noch einmal der Blick hinauf zum überwanderten Gipfel des Lisengrats.
Nun hatte ich auch die Muse die Blumen am Wegrand zu bewundern.
Nach 400m Abstieg vom Rotsteinpass erreichte ich das geschlossene Gasthaus Schafboden. Trotzdem gab es dort noch sehr frische Hähnchen auf der Terrasse. ;)
Von Schafboden geht es dann in einigen kleinen Serpentinen eine Steilstufe hinab.
Oberhalb der Alp Wis gab es eine frische Mure, die fast die Alp erreicht hatte und den Wanderweg zum Teil überschüttet hatte. Ich konnte dort aber einfach über die Wiese ausweichen.
Von der Alp Wis ging es auf der vom Morgen bekannten Fahrstraße weiter.
Zu Beginn kürzte der Wanderweg noch ab und zu die Straße über die Wiesen ab, aber ein Großteil des übrigen Abstiegs ging es auf der Straße.
Das meiste vom Abstieg hatte ich bei Thurwis geschafft. Die Sonne knallte nun direkt auf diese Straße und es wurde ziemlich heiß. Zum Glück hatte ich 2 Liter Getränke mitgenommen und hatte noch genug übrig.
Um 16:00 erreichte ich mein Auto bei Laui und beendete meine Wanderung erschöpft aber zufrieden. :) Fazit: Egal welchen Weg man nimmt, eine Tageswanderung auf den Säntis rauf und runter ist eine anstrengende Tour und um den Gipfel herum hat man immer anspruchsvolle Bergwege. Dafür wird man aber mit viel Abwechslung und tollen Ausblicken belohnt. Wenn man so früh wie ich startet könnte man sich auch noch etwas mehr Zeit lassen und in eine der drei Gaststätten auf dem Weg einkehren. Oder man verwendet sie gleich zum Übernachten für eine Mehrtagestour.
Ich war insgesamt 8,5h unterwegs um die 1500 Höhenmeter zu schaffen.
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